Gedanken zur täglichen "Zahlenreportage"

Einladung zum Austausch: Was bewegt euch, was möchtet ihr mitteilen, was geht euch "durch den Kopf"?
Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/c ... d=msedgntp

Wieder so ein Sprung von Mittwoch auf Donnerstag, wie letzte Woche. (Wollen die Verantwortlichen ein wenig Pfiff in die Statistik bringen?)

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... llen-.html

MILLIONENMARKE ÜBERSCHRITTEN!!!
Bedeutet im Grunde gar nichts, macht aber immer Eindruck.
Ansonsten alles wie gehabt, wie letzte Woche.
Nach "Donnerstagssprung" wieder der typische moderate Anstieg Richtung Wochenende, insgesamt auf niedrigerem Niveau als vergangene Woche, deshalb liegt der R- Wert selbstverständlich unter 1.
Warum das im Einzelnen so stattfindet, weiß ich nicht, aber die beschriebene Gesetzmäßigkeit war seit April (seitdem verfolge ich das mehr oder weniger erbsenzählermäßig) die ganze Zeit hindurch erkennbar.

Trauriger Rekord, was Corona- Tote anbetrifft.
Klar, wenn man fünfmal so viel testet wie März/April, findet man natürlich auch bei den Schwerstkranken entsprechend mehr Corona- ähnliches Material, und das ist ja bekanntlich im Zweifelsfall auch immer die Todesursache, auch wenn es nicht die Todesursache ist.

Was misst der Drosten- Test? (Frage ich mich als Laie zum dreihundertvierundneunzigsten Mal. So ungefähr jedenfalls.)
Fairerweise muss man sagen, dass zumindest die Rhino- Viren offenbar nicht erkannt werden, denn die waren ja im Spätsommer laut RKI- allerdings eben auch trotz Maskenpflicht und Desinfektionen!- aktiver als in den letzten Jahren, ohne dass die Fallzahlen deswegen in die Höhe gegangen wären.

Ich gehe mal davon aus, der Test sei so spezifisch, dass er wirklich nur das neue Corona- Virus misst.
Dann wäre aber die Frage interessant, ob und inwieweit sich die Symptomatik von anderen Erkältungsviren unterscheidet, und da erfahren wir nach wie vor alles und nichts, und zwar von A(lles) bis N(ichts).
Es wäre interessant zu wissen, wie sich dieses neue Virus im Vergleich zu den Vorjahren auf die Belastung der Krankenhäuser auswirkt.
All das wäre wesentlich interessanter als die Fallzahlen, selbst wenn man sich die Mühe macht, sie in Relation zu setzen.
Denn die zeigen ja offensichtlich nur ein typisches Infektionsgeschehen an- welches auch immer-, das eine Weile ansteigt und dann allmählich wieder abflaut. So läuft das halt, wenn "was um geht".

Und der Anstieg verläuft eben eine Zeitlang exponentiell, weil jeder Mensch eben zwangsläufig mit mehreren Menschen zusammenkommt.

Da werden wir dann gerne mit der berühmten Verdopplung der Reiskörner pro Schachbrettfeld beeindruckt.
(So viele Reiskörner erbittet sich jemand im alten Persien als Belohnung vom König. Clever!)
Dieses Gleichnis habe ich im Zusammenhang mit der Corona- Kurve schon mehrfach gehört, und jedes Mal habe ich mich mehr darüber geärgert.
Dabei wird nämlich immer unterschlagen- weil sonst der Schockeffekt ausbleiben würde?-, dass, wenn man fröhlich immer mehr Reiskörner auf dem Schachbrett auftürmt- oder eben in Säcke verpackt-, wahrscheinlich immer mal wieder ein paar hungrige Zeitgenossen (ob Mensch oder Tier) vorbeikommen, die sich an den Reiskörnern gütlich tun. Welcher König hat- bei diesen Dimensionen- die Armee, die das verhindern kann? Nebenbei: welcher König hat überhaupt so viele Reiskörner?
Wie heißt es doch in der "Feuerzangenbowle"? Das Leben sorgt dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/p ... d=msedgntp

Eigentlich nichts Besonderes, aber eine hübsche Negativdifferenz zu gestern von 1.111 Neuinfektionen weniger.
Ach ja, und der Hinweis, dass gestern die Millionenmarke durchbrochen wurde, darf natürlich auch nicht fehlen.
Wahrscheinlich werden sie dieses Datums jetzt täglich gedenken. (Und irgendwo im Berliner Tiergarten ein "Mahnmal des 27. November" errichten. Vielleicht eine Million Massagebälle übereinanderschichten oder so.)

I-M_Krone20
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Re: "Bericht von der Front", Darmbakterien an Bord!

Beitrag von I-M_Krone20 »

Ersetzen wir die Reiskörner pro Schachbrettfeld durch unsere Darmbakterien.
Von denen gibt es nämlich welche, die sich alle 10 Minuten verdoppeln können. Im Prinzip, und auch wenn man keinen Reis mag. Das hätte dann den Effekt, dass aus einem Bakterium über Nacht eine Masse würde, für die der ganze Erdball nicht ausreichte...

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

Ja, so in etwa meinte ich das. :)

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/c ... d=msedgntp

Ich glaube, so langsam ist da alles gesagt, was die "Zahlenreportage" anbelangt.
Immerhin beziehen sie sich nun in ihren Berichten auf den entsprechenden Wochentag der vergangenen Vorwoche. War auch nicht immer so.

Aber ich denke, man muss einfach Tag für Tag genau lesen, auch die "Mainstream"- Medien. Weil die von allen gelesen werden und weil man die Leute, die ihre Nachrichten unters Volk bringen, an ihre Verantwortung erinnern muss.

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

Die Zahlen steigen, und offenbar derzeit wieder mit leicht zunehmender Geschwindigkeit.
Letzteres kann man aber mal wieder nur für die vergangene Woche sagen, weil wir für die laufende Woche die Gesamtzahlen noch nicht kennen.

Derzeit habe ich- im Gegensatz zu den Sommermonaten, in denen gefühlt ungefähr ein halbes Dutzend Wellen herbeigeredet wurden, die alle, bei Lichte betrachtet, ungefähr den Wellen auf der Ostsee an einem ruhigen Sommertag entsprachen- Verständnis dafür, dass man Maßnahmen ergreift, denn manche Kliniken- vornehmlich im Süden- sind offenbar am Limit.

Hier kann man die jeweilige Auslastung anfragen.
https://www.intensivregister.de/#/intensivregister

Für mich bleiben weiterhin wichtige Fragen offen:
Inwieweit unterscheiden sich diese partiellen Engpässe von denen vergangener Jahre?
Welche Rolle spielt das Thema "Einsparungen/Schließungen von Krankenhäusern" bei der Sache?
Warum ist derzeit nur von Corona- Patienten und so gut wie gar nicht von Influenza- Patienten die Rede?
Welche besonderen Symptome treten besonders häufig auf?

(Neuerdings habe ich in einem Artikel gelesen, dass Magen- Darm- Probleme auch als einziges (!) Covid- 19- Symptom auftreten können.
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... ht-121786/
Wie wäre es mal mit einer Auflistung von Symptomen, die bei Covid- 19 nicht auftreten können?)

Warum werden weiterhin nur die absoluten Zahlen an Positivtestungen unters Volk gestreut, mit allenfalls vagen Andeutungen bzgl. der Relation zu den Gesamtzahlen der Testungen?
Warum wird die daraus abzuleitende Tatsache ignoriert, dass der Exponent beim Anwachsen der in Relation gesetzten Zahlen schon vor dem sog. "Lockdown- light" abgenommen hat?
Seit dem Herbst wird uns ja wieder mit der Naturgewalt "Exponentialfunktion" Angst gemacht nach dem Motto: "Wenn einer zwei ansteckt, die beiden dann jeweils wieder zwei anstecken, etc... Und jetzt stellen Sie sich erst vor, wenn einer drei ansteckt, die drei dann jeweils wieder drei, etc..."
Selbst wenn man die 14- Tage- Abstände betrachtet, war der Exponent, wenn überhaupt, nur ganz kurz in der Nähe von 2 oder darüber hinaus, und dann sehr schnell wieder in der Nähe von 1. Und das, wie gesagt, vor dem Lockdown- light.

Nochmal kurz zusammengefasst: Wir haben ein starkes Infektionsgeschehen, wie in den Wintermonaten zu erwarten, und auf das man sicher irgendwie reagieren muss.
Die Details, die damit zusammenhängen, scheinen mir nach wie vor unklar.
Und die Berichterstattung der handelsüblichen Medien trägt für mein Empfinden weiterhin viel zu wenig zur Klärung dieser Details bei.

Und nach wie vor hört bei mir jegliches Verständnis auf, wenn ich höre, dass Kinder in der Schule
a) ohne festgelegte zeitliche Begrenzung und ohne zeitlich festgelegte Tragepausen Maske tragen müssen.
b) im Sportunterricht Maske tragen müssen.

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/gesundheit/me ... d=msedgntp

Freitag bis Sonntag/Montag drei/vier Ausreißer nach oben, jetzt am Dienstag wieder ungefähr wie Dienstag vor einer Woche.
Wahrscheinlich hat sich das Virus schon von der Ankündigung des Lockdowns beeindrucken lassen. Bin gespannt.
Kurzes Update: Ich hatte vergessen, dass aus Sachsen heute keine Zahlen kamen. Also werden die Zahlen mit Sachsen ungefähr im Bereich von gestern liegen, also doch deutlich über letztem Dienstag. Dann weicht das aber immer noch stark vom üblichen Schema ab, nach dem die Zahlen am Dienstag gegenüber Montag deutlich ansteigen.
Persönlich glaube ich, der "Erfolg" des Lockdowns im März/April war vor allem der Tatsache geschuldet, dass in diesem Zeitraum das Infektionsgeschehen ganz allgemein zurückgeht, Jahr für Jahr.
Umgekehrt zweifle ich auch jetzt daran, dass die Maßnahmen einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung haben werden.
Die Maskenpflicht, die ja in den letzten Monaten allmählich eher verschärft wurde, scheint jedenfalls nicht viel bewirkt zu haben, ebenso wie ihr Fehlen keinen erkennbaren negativen Einfluss auf die Entwicklung in den Monaten März/April hatte. (Man bedenke hier besonders: Der ÖPNV war an den Werktagen zu den Arbeitszeiten voll besetzt. Nix mit Abstandhalten. Und das ohne Maske im geschlossenen Raum.)

Kuno
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Re: Gedanken zur täglichen "Zahlenreportage"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/p ... d=msedgntp

Gestern über 27.000 Fälle- wovon man vielleicht, sagen wir, zwischen zwei- und dreitausend nachgereichte Fälle aus Sachsen abziehen muss- und heute knapp 27.000 Fälle.
Knapp 700 an oder mit Corona Verstorbene.
An dieser Stelle ganz nüchtern: den Toten gilt mein Andenken, ihren Angehörigen mein Mitgefühl. Das gilt übrigens auch für die, die keinen positiven PCR- Test hatten. (Die soll es ja auch geben.)

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