"Bericht von der Front"

Einladung zum Austausch: Was bewegt euch, was möchtet ihr mitteilen, was geht euch "durch den Kopf"?
Kuno
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"Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... -tote.html


Nach wie vor hält man es nicht für nötig, die Fallzahlen in Relation zur Gesamtzahl der Tests zu setzen. (Nennt man im Volksmund "Prozentrechnen").
Immerhin kommt in diesem Artikel mal wieder der R- Wert zur Sprache, der schon seit einigen Tagen unter 1 liegt, was den bisherigen Berichten keiner Bemerkung würdig schien, was aber bedeuten würde- wie auch der Artikel schüchtern andeutet-, dass die Fallzahlen prozentual derzeit schon wieder leicht abnehmen, was zu erwarten war, da der Anstieg sich schon während der letzten Oktober- und der ersten Novemberwoche kontinuierlich verlangsamt hat, was man kaum auf den Lockdown zurückführen kann, da die Fallzahlen sich ja auf Testungen beziehen, die mindestens ein paar Tage zurückliegen.
Auch wird wieder mal nicht darauf hingewiesen, dass- unabhängig vom Epidemieverlauf- innerhalb einer Woche die Zahlen des RKI erfahrungsgemäß von Montag bis einschließlich Samstag kontinuierlich ansteigen, um dann zum Sonntag wieder stark abzufallen. Das hängt offenbar mit dem Arbeitsrhythmus der beteiligten Institutionen zusammen.
Dass der Wert am Samstag unter dem vom Freitag liegt- wie in dieser Woche-, ist tatsächlich eher ein Ausnahmefall.

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

Heute, wie in einem Artikel zu lesen war, "wieder fast 11.000 Neuinfektionen!"
Montag ist erfahrungsgemäß sowieso immer der niedrigste Wert, aber wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann ist das darüber hinaus der niedrigste Montagswert seit Wochen!
(Wobei wir hier wiederum die Gesamtzahl der Tests noch nicht kennen. Der kommt in der Regel immer am Donnerstag der Folgewoche. Bei "Statista" lese ich das immer nach, kann man aber wohl auch beim RKI abrufen.)
Wenn da also etwas unterwegs ist, dann scheint es sich nach derzeitigem Stand eben langsam zurückzuziehen (hoffentlich geht das so weiter, aber darauf würde ich eine kleine Wette abschließen), und so müsste das in der Presse kommuniziert werden.
Andernfalls verstehen die entweder ihren Job nicht oder sie verbreiten eben bewusst Panik. Eins von beidem muss es sein.

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... nfektionen

So. Wie zu erwarten war: Markige Artikelüberschrift "MEHR ALS 14.000 NEUINFEKTIONEN"
Wenn man den Artikel dann anklickt- aber wie viele tun das wirklich?-, dann sieht man natürlich zuoberst ein Bild mit einem Beatmungspatienten ("Die Lage ist schlimm, sehr schlimm!").
Wer sich dann die Mühe macht, den Artikel zu lesen, bekommt immerhin einen dürren Hinweis auf den Rückgang der Neuinfektionen gegenüber der Vorwoche, und dass der R- Wert wieder leicht gesunken ist.
Übrigens: das Auf und Ab des R- Wertes korreliert nach meiner Beobachtung mit den aktuell gemeldeten Zahlen. Der bloße Hinweis darauf, dass er sich auf die Zeit vor 8 bis 16 Tagen bezieht, ist also, wenn auch nicht falsch, so doch irreführend, da gleiches ja auch für die aktuell gemeldeten Zahlen gilt, was aber im Artikel nicht kommuniziert wird.
Seit Monaten gleiches Schema, gleiche Wirkung.
Wir werden hier in großem Stil per Milchmädchenrechnung dumm gehalten, das ist mein Eindruck.

P. S.: Nach nochmaligem Blick fällt mir auf: Das Bild zeigt keinen Beatmungspatienten, sondern ein Intensivbett mit Beatmungseinheit. Haben sie auch klein darunter geschrieben.
Ich würde wetten, so wie mir ging es vielen Betrachtern dieses Bildes. Es lebe die Macht der Suggestion.

Tara
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Tara »

Hallo Kuno :)

"die Zahlen" sind schon seit einigen Monaten zu meinem Unwort des Jahres mutiert. roll Sie werden ohne Bezug in den Raum gestellt und nicht eingeordnet, also beispielsweise in Relation zur Anzahl der Tests gebracht. Natürlich ist das eine Form der Manipulation.

Ich habe schon gar keine Lust mehr, das alles richtig zu stellen, weil ich zu keinem Ende komme, wenn ich erst einmal anfange. Denn auch der Alarm mit den belegten Intensivbetten ist so eine Nummer; die ITS sind eh immer recht hoch ausgelastet, weil das Kohle bringt. Und meine Vermutung ist, dass da viele Patienten liegen, die sowieso intensivpflichtig sind (beispielsweise nach bestimmten Operationen) und zusätzlich positiv getestet wurden (gibt auch wieder mehr Knete).

Im Herbst sind Kliniken immer voller, das ist nichts Neues. Aber so etwas steht natürlich nicht in der Schlagzeile.

Mal sehen, wie lange das mit dem dumm halten noch funktioniert. cool

Liebe Grüße
Tara

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... hland.html

Unverändert. (Nicht die Zahlen, sondern die Entwicklung und die Berichterstattung darüber.)


Hallo Tara :) ,

Wir müssen das ja nicht richtig stellen, sondern die.
Das Problem ist, dass die mit ihren Artikeln und wahrscheinlich noch mehr mit deren Überschriften- die ja nicht immer so ganz mit dem Inhalt übereinstimmen- zig Millionen Bundesbürger erreichen, und das Tag für Tag.
Ich denke, man muss vielleicht einfach permanent zeigen, dass man genau mitliest, und schreiben, wie das bei einem ankommt. Vielleicht sollte es entsprechende Portale dafür geben, wo einer einen Artikel kommentiert, ein anderer dann auch, usw.
Quasi eine öffentliche Diskussion über die Medienlandschaft allgemein, von BILD bis NZZ, gewissermaßen.
Damit wir von der Meinungsmache- die wir ja irgendwo auch mit uns machen lassen-, allmählich wieder mehr zur Meinungsbildung kommen.

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

So, die Zahlen sind am Donnerstag sprunghaft gestiegen und verhalten sich seitdem auf diesem höheren Niveau weiterhin wie in den Vorwochen.
Mit anderen Worten: Knick in der Kurve, und dann geht's weiter, als wäre nichts gewesen.
Was sagt uns das?
Mir, ehrlich gesagt, überhaupt nichts.
Plötzlicher Anstieg der Infektionen von einem Tag auf den anderen, deren Ergebnisse vom Robert- Koch- Institut ein paar Tage später alle am selben Tag herausgegeben werden? Und am nächsten Tag dann plötzlich wieder Ausbreitungsgeschwindigkeit wie in den Tagen zuvor?
Andere Arbeitsweise, andere Zählweise? (letzte oder vorletzte Woche sollen irgendwelche Kriterien verändert worden sein)
Was wie womit zusammenhängt, wissen wir nicht, weil die Medien sich weiter damit begnügen, auf die Suggestivkraft mehrstelliger Zahlen zu setzen.

Oder wie sagte der Politiker: "Aber für die Skeptiker unter Ihnen habe ich auch Zahlen:
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf,,..., um nur einige der vielen zu nennen."

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/c ... d=msedgntp

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top- ... d=msedgntp



Für's Protokoll.
Diesmal nicht T- online- Portal, sondern afp (französische Nachrichtenagentur) und dpa, aber ich gehe mal davon aus, dass das in diesem Zusammenhang keine größere Bedeutung hat.
Geringerer Dienstagswert als letzte Woche, sprich: Der Lockdown funktioniert, also sollte er unbedingt beibehalten werden. roll
("The same procedure as last spring, Miss Angie?" "The same procedure as every season, Ladies and Gentlemen!")

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

https://www.msn.com/de-de/gesundheit/me ... d=msedgntp

Zahlen heute höher als vorigen Mittwoch, also müssen die Maßnahmen unbedingt verschärft werden.
Höchstwert an Todesfällen, bei denen der PCR- Test positiv war. (Klinische Symptome bzw. Todesursachen im Artikel nicht erwähnt, aber vermutlich unterschiedlichster Couleur, was bekanntlich gerade das Tückische an dieser Krankheit ist.)
R- Wert wieder unter 1, was uns aber keinesfalls zu unsolidarischem und egoistischem Optimismus verleiten darf.
Weitere Aktualisierungen folgen. angel

Tara
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Tara »

Kuno hat geschrieben:
Mi 25. Nov 2020, 09:27
Weitere Aktualisierungen folgen. angel
Bis dahin unterhalten wir euch mit der formlosen Regierungsansprache:
Lang lebe das Kapital!

Die Novemberschließungen werden verlängert, aber die Geschäfte bleiben offen: Kauft, Leute, kauft, gönnt euch was. Und macht euch ansonsten nicht zu viele Gedanken. Eine ehrliche Regierungserklärung.

Hey Volk, na, wie geht's? Hier ist deine Regierung. Wir dachten, wir melden uns mal zwischendurch so ganz formlos. Wie läuft es so bei euch, oh Mann, wir haben es aber auch alle nicht leicht, hm? Süß, wie ihr mitmacht, wollten wir mal sagen. Also, klar, nicht alle, aber cool, echt. Könnte ja auch anders laufen, nicht wahr? Ganz ehrlich, wir dachten auch manchmal schon: Heieiei, wenn wir jetzt noch mal so irgendwas beschließen, wo euch am Ende quasi nur Konsum als Hobby übrig bleibt, schön shoppen und so – wir sagen nur: Weihnachtsgeschäft, klingeling! –, da kommt dann vielleicht mal so ne amtliche Protestwelle von euch, aber... passt schon, oder? Was wollt ihr machen. Der Rubel muss rollen, ist so.

Wir finden es ja selbst komisch, manche von uns gehen auch mal in irgendwas mit Kultur, und jetzt mit dem Lockdown light, wo wir die ganzen Kulturveranstalter so ein bisschen hart behandelt haben und gleichzeitig Shopping quasi als Grundrecht etabliert haben – da kam es uns selbst auch schräg vor, weil, ganz ehrlich, so richtig sauber durchargumentieren könnten wir das jetzt nicht: warum jetzt Einkaufen in nem Shoppingcenter so viel ungefährlicher sein soll, als in ein Theater mit Hygienekonzept zu gehen. Aber ihr habt es ja geschluckt, hehe.

Quelle und weiter: https://www.spiegel.de/kultur/lang-lebe ... 72cd661ffd

Kuno
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Re: "Bericht von der Front"

Beitrag von Kuno »

Wirkt ein bisschen so, als hätte sich die SPIEGEL- Redaktion gerade mal an ihre glorreiche Vergangenheit erinnert...

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