"13 Mio Kinder wie Objekte behandelt!" Kinderkommission des Deutschen Bundestages (Kiko) am Mittwoch, 9. September 2020

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Snow
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"13 Mio Kinder wie Objekte behandelt!" Kinderkommission des Deutschen Bundestages (Kiko) am Mittwoch, 9. September 2020

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Sehenswerter Beitrag!

"13 Mio Kinder wie Objekte behandelt!" Kinderkommission des Deutschen Bundestages (Kiko) am Mittwoch, 9. September 2020 (7 Min Auszug aus 91 Min Sendung)
Experten rügen Be­schnei­dung von Kin­der­rechten während Corona scharf

Die Corona-Krise ging einher mit einer massiven Beeinträchtigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen, so der Tenor einer öffentlichen Sitzung der Kinderkommission des Deutschen Bundestages (Kiko) am Mittwoch, 9. September 2020.

Kinder „wie Objekte behandelt“

Der Kindheitswissenschaftler Prof. Dr. Michael Klundt vom Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal stellte seine Untersuchungsergebnisse zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen während der Pandemie in Deutschland vor. Kinderrechte seien dabei weitgehend ignoriert worden. Bund und Länder seien ihrer Verpflichtung zu Schutz und Fürsorge für 13 Millionen Kinder nicht nachgekommen, sondern hätten Kinder „wie Objekte behandelt“. Das sei an sich bereits eine „schwere Form der Kindeswohlgefährdung“.

Der Schutz des Kindeswohls sei am Anfang sogar zu einem „Schutz vor Kindern“ gemacht worden, als diese als die einzigen „Super-Spreader“ des Virus hingestellt worden seien, beklagte Klundt. Schwere Völkerrechtsverletzungen gebe es in zahlreichen Vertragsstaaten der Kinderrechtskonvention.

„Benachteiligte werden noch stärker benachteiligt“

1,5 Milliarden Kinder seien weltweit von Bildungsexklusion betroffen, 500 Millionen bekämen keinen Ersatzunterricht, für 350 Millionen falle die Schulspeisung weg. Handlungsleitend für die Politik müsse hingegen die Kinderrechtskonvention sein, wonach „bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen ist“.

„Die Covid 19-Pandemie hat die soziale Polarisierung verstärkt“, stellte Klundt fest. Familien seien unter Druck geraten. Das Kontaktverbot treffe besonders Arme, Obdachlose und Flüchtlinge, Partizipationsmöglichkeiten schwänden. „Die Privilegierten konnten ihren Vorsprung ausbauen, die bereits Benachteiligten werden noch stärker benachteiligt.“ Er beobachte zudem einen „gesellschaftlichen Rückschritt“, eine „Retraditionalisierung“, da die Einschränkung der Kinderrechte zum großen Teil auch eine Einschränkung der Mütterrechte bedeute und Frauen in überkommene Rollen dränge.

Sachverständige:
Claudia Kittel,
Leiterin der Monitoring-Stelle zur UN-Kinderrechtskonvention,
Deutsches Institut für Menschenrechte

Prof. Dr. Michael Klundt,
Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften,
Hochschule Magdeburg-Stendal

Artikel:
https://www.bundestag.de/dokumente/text ... ona-706358
lg Snow

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